Samstag, 8. Juli 2017

Studium der Zukunft: Grundideen der University of Everywhere für bessere Bildung

Technischer Fortschritt wie überall verfügbares Internet, schnelle und günstige Consumer-Endgeräte mit einhergehender Digitalisierung sowie neue Anforderungen von StudentInnen und der Gesellschaft erfordern ein Umdenken oder die Berücksichtung im eher elitär ausgerichteten Bildungswesen (hauptsächlich USA). Dieser Auffassung ist Kevin Carney in seinem Werk The End of College: Creating the Future of Learning and the University of Everywhere erschienen am 1. März 2016. Im folgenden werden die Kernaussagen dieses Buchs zusammengefasst. Zwar steht im Mittelpunkt das amerikanische Bildungssystem, aber viele Aussagen und Ideen sind auch im Kern auf die deutsche Hochschullandschaft zu adaptieren.

Die Zukunft der Hochschulbildung findet online statt

Das amerikanische Hochschulsystem sei nicht für seinen Zweck geeignet, was mit den nachfolgenden Statistiken belegt werden soll. Es wurde gezeigt, dass nicht einmal zwei Fünftel der eingeschriebenen Studenten die vierjährige Frist für den Abschluss des Bachelors erreichen. Zwei Drittel von ihnen nach sechs Jahren noch nicht abgeschlossen. Nach der US-Volkszählung von 2014 sind eine unglaubliche 35 Millionen Menschen im Alter von 25 Jahren aus dem College geflogen sind.

Die Soziologen Richard Arum und Josipa Roksa führten eine Umfrage von Studenten aus einer Vielzahl von Hochschulen in den Vereinigten Staaten durch um zu ermitteln, welche Fähigkeiten die Studenten entwickelt haben. Die Studie ergab, dass nach zwei Jahren College, 45 Prozent der Studenten nicht in grundlegenden Disziplinen worunter kritisches Denken, Kommunizieren und analytisches Denken zählt, nicht forgeschritten waren. Auch nach den vier Jahren hatten 46 Prozent der Studenten keine statistisch signifikanten Fortschritte erzielt.

Die Lösung laut des Autors ist die Universität von überall (University of Everywhere). Es ist ein neuer Weg des Studierens. Im Mittelpunkt sind kostenlose Online-Kurse, die jedem zur Verfügung, stehen wo oder wann immer er oder sie wollen. Dies sei keine verrückte Vision der Zukunft. Die Universität von überall ist schon da und der Autor hat selbst darin teilgenommen: Er selbst besuchte eine einführende Reihe auf Biologie durch einen Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Die Klasse wurde von edX, einer Online-Bildungsorganisation von der MIT und der Harvard University gegründet.


Trotz Studiengebühren kein wirkliches Interesse an den Belangen der Studenten

Auch die kürzeste Untersuchung des amerikanischen Bildungssystems zeigt seine tiefen Mängel. Es konzentriert sich vor allem auf die Forschung anstatt auf die Kosten der Bachelorsstudiums. Betrachten Sie die Tatsache, dass in Hochschulen, die meistens Doktoranden oder PhDs, niemals eine ordnungsgemäße didaktische Ausbildung, wie man Unterrichtsstunden unterrichtet, erhalten haben. Dies geschah, weil die Universitäten auf Forscher und ihre Fachgebiete konzentriert waren, nicht auf Studenten. Wenn sie eine Ausbildung anbieten, ging es darum, sich auf die Forschung zu konzentrieren, anstatt wie man gut unterrichtet. Kritisiert der Autor und weshalb hier explizit nochmals die Wichtigkeit der Hochschuldidaktik angesprochen werden sollte.

Und laut dem Autor ist das Verrückte daran, dass während die Universitäten nicht daran interessiert sind, zu unterrichten, sind die Studiengebühren gestiegen. Am MIT zahlt ein Student zahlt $ 42.000 jährlich. Weitere $ 15.000 müssen für Bücher, Unterkunft und andere Lebenshaltungskosten beiseite gelegt werden. Aber die hohen Kosten sind auch für Studenten, die an weniger renommierten US-Schulen teilnehmen, eine Realität. An anderer Stelle kann ein Student nicht mehr als $ 100.000 insgesamt für einen Bachelor-Abschluss bezahlen. Aufgrund dieser Fehler im System sieht der Autor eine Lösung im Modell der University of Everywhere.
Amerikanische Universitäten erheben große Gebühren von Studenten, aber sie interessieren sich nicht wirklich für Studenten.

Was die Universität of Everywhere in Lehrer-Schüler-Beziehungen fehlt gleicht ihre Flexibilität aus

Der Autor zieht auch Nachteile in seinem Modell. Im Vergleich zu der aktuellen Universität-Modell fehlt der University of Everywhere die Face-to-Face-Interaktion, die aus einer Schüler-Lehrer-Beziehung kommt. Direkter Kontakt mit einem Lehrer ist ein Plus. An der Universität of Everywhere findet die Interaktion über den Computerbildschirm statt.

Das Hauptargument des Autors ist die Flexibilität: Studierende können in ihrem eigenen Tempo studieren und zu ihrer Zeit und Ort. Betrachten Sie die Erfahrung des Autors. Er nahm einen Biologiekurs auf edX. Er hielt den Vortrag inne, wann immer er wollte, zurückgespult, wenn er nicht das Wesentliche verstanden hat, oder manchmal ging er schnell weiter, wenn er die Information schon wusste. Diese sogenannten MOOCs (Massive Open Online Course) gibt es auch von anderen Anbietern wie Coursera oder Firmen wie SAP über OpenSAP.

Abschließend stellt der Autor fest, dass die Universität von überall noch nicht perfekt ist. Aber die Vorteile, die sie hat, sind offensichtlich. Er sieht nur einen klaren Weg in die Zukunft mit der University of Everywhere.

Dieser Beitrag soll anregen, die Hochschulbildung weiter zu verbessern und die Didaktik von Lehrpersonen an der Hochschule zu optimieren. Zudem sollte mehr auf die Bedürfnisse der oder die Studierenden eingegangen werden und die Lehre in Mittelpunkt rücken.

Samstag, 7. Januar 2017

Mädchenprojekt Jena: für mehr Frauen in MINT-Studiengänge

Projektvorstellung zur Förderung des Frauenanteils in MINT Studiengängen

Im Rahmen von Mädchenprojekt-Jena soll versucht werden, wie mehr Frauen in Mint Studiengänge an die Universität in Jena zu locken. Damit soll das Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen, das vorallem in den MINT-Studiengängern herrscht verringert werden. Im Rahmen dieses Projekts werden Informationsveranstaltungen und Werbekampagnen gefördert, die dazu beitragen, dass mehr Mädchen sich in die Schwierigkeiten von Mathe, Physik, Informatik oder Naturwissenschaft trauen. Dazu wollen wir Ihnen die atemberaubende Geschichte der schwarzen Mathematikerinnen bei der NASA präsentieren um Ihnen Mut zu machen, dass Sie alles erreichen können!

Ebenfalls soll das Selbstbewusstsein von besonders schwachen Abiturientinnen durch spezielle Fördermaßnahmen gestärkt werden, damit diese sich auch mehr zutrauen. Oft werden junge Frauen von den Elternhäuser in weniger gut bezahlte Berufe geschickt, wie Küchengehilfin, Krankenschwester, Büroangestellte oder Putzfachkraft. Mädchenprojekt-Jena will gerade solche Frauen aufmuntern, es ihrer Familie zu zeigen und sich an einen schweren MINT-Studiengang trauen.

Neben psychologischer Beratung und medialer Werbekampagnen soll anschließend auch der Erfolg solcher Aktionen analysiert erden. Dabei wird besonders darauf geachtet, wieviele Frauen ihr Studium abschließen, welche Jobs sie nachher machen und wieviel sie verdienen.

Frauen sind in MINT Berufen besonders gesucht, vorallem weil die meisten Männer in diesen Berufen selbst wenig Kontakt und Erfahrung mit Frauen mitbringen. Der weitere Vorteil wäre die Verkupplung gleichgesinnter. Damit würde dann auch die Kinderanzahl und der Bevölkerungszuwachs gesichert.

Mittlerweile hat sich das Mädchenprojekt von Jena weiter getragen, in die ganze Welt über das Internet und Mädchen können dort viele Interessante Informationen finden.

Weiter führende Links: http://www.maedchenprojekt-jena.de/

Sonntag, 1. Januar 2017

Hochschuldidaktik Jahrestagung zur besseren Bildung

41. DGHD Jahrestagung

Diese Seite wurde im Nachgang an die 41. Jahrestagung 2012 der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik privat und unabhängig eingerichtet um deren Inhalte, Ziele und Ergebnisse weiterhin Bereitzustellen und zum Schutze des freien Wissens.

Der Tagungsfokus liegt auf den folgenden 3 Themenfeldern:
  • Forschungen zum Lehr-/Lernprozess (Innovative Lehre, Prüfungen, Tutorien, Coaching von Studierenden, Beratungs- und Mentor/innenkonzepte, Kompetenzorientierung von Lehre und Prüfungen, Kompetenzmessung, Umsetzung der Bologna Reform)
  • Beiträge zur Wirkung hochschuldidaktischer Qualifizierungs- und Beratungsangebote
  • das Verhältnis von Hochschuldidaktik, Hochschulsteuerung und Qualitätsmanagement 
Interessant ist diese Tagung für Hochschuldidaktiker/innen mit allgemeiner und fachbezogener Ausrichtung, sozial- und bildungswissenschaftliche Hochschulforscher/innen, Qualitätsbeauftragte der Hochschulen sowie andere Professionen im Hochschulmanagement sowie interessierte Lehrende und Studierende. Ebenfalls sind die Ergebnisse auch für andere Pädagogen und Lernkräfte von Bedeutung und außerordentlicher Relevanz.